Artikel 1! (Leitfach: Sozialkunde)

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ (Art. 1 GG)

Blickt man auf die aktuellen politischen Diskussionen in Deutschland bzw. Europa, fällt auf, dass der Ton harscher und diskriminierender wird. Selbst in gefestigten Demokratien bilden sich populistische Bewegungen, die dazu neigen, die Würde des Menschen – nach dem Naturrecht ein unveräußerliches Gut – gemäß ihrer jeweiligen Ideologie hin zu beugen.

Ziel des Seminars soll es sein, innerhalb der sozialen Medien eine Plattform zu errichten, die sich für die Wahrung der Würde des Menschen einsetzt. Hierbei soll das Thema nicht rein theoretisch gefasst, sondern kreativ aufbereitet werden.

Kurzanleitung für das neue Teleskop (Leitfach: Physik)

Ziel des Seminars ist es für das neue Teleskop Anleitungen von Schülern für Schüler zu schreiben. Dabei wird auch herausgefunden, wie ein Teleskop funktioniert. Zusätzlich werden die Anleitungen zuerst Seminarintern und dann mit anderen Kursen ausgetestet.

Schulleben aktiv mitgestalten (Leitfach: Biologie)

Sich in der Schule für andere engagieren und Verantwortung übernehmen, Bewusstsein für den Gesundheits- und Umweltaspekt an der Schule schärfen. Planen und Durchführen von Aktionen, die das Bewusstsein für Umweltschutz, das soziale Miteinander, gesunde Ernährung aber auch Bewegung und Entspannung stärken. Dies sind Grundgedanken, die bei der Durchführung des P-Seminars eine Rolle spielen sollen.

„Engagement für andere“ – Entwicklung eines sozialen Projekts (Leitfach: kath. Religionslehre)

Viele Menschen benötigen die Hilfe anderer – wegen Hunger, Armut, Krieg oder „einfach nur“ in einer persönlichen Notsituation. Und trotzdem kommt nicht immer jede Hilfe an. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht …

Deshalb ist es wichtig, sich Gedanken über die nötigen Voraussetzungen und Grundlagen für gelingende Hilfe zu machen. Im Rahmen dieses P-Seminars soll die Idee für ein konkretes Hilfsprojekt selbständig entwickelt werden und diese Idee wird dann auch in die Tat umgesetzt. Dabei steht nicht das Sammeln von Spendengeldern im Vordergrund, es geht vielmehr auch um den direkten Kontakt zu den Hilfsbedürftigen. Schließlich soll zum Abschluss reflektiert werden, ob die Hilfe auch ihre Wirkung entfalten kann.

Bedeutung und Nutzung lateinischer Vorbilder und Muster in der deutschen Literatur (Leitfach: Latein)

Seit dem 16. Jahrhundert greifen deutsche Literaten immer wieder auf literarische Vorbilder der griechischen und römischen Antike zurück. Dabei orientieren sie sich nicht nur an den zugegebenermaßen oft spannenden Inhalten, sondern sogar an der Form bzw. den Versmaßen, sodass teilweise recht kurios und umständlich wirkende, manchmal auch unfreiwillig komische Texte entstehen.
Das Seminar versucht, für diese Texte ein neues Verständnis zu entwickeln sowie heute – zumindest außerhalb von Fachkreisen – weitgehend vergessene Inspirationsquellen der deutschen Literatur und das historische Verständnis von Dichtung wieder sichtbar zu machen und damit auch ein Stück deutscher Bildungsgeschichte zu erschließen. Vor allem aber soll untersucht werden, wo in heutiger oder zumindest Literatur der Neuzeit antike Einflüsse wirksam sind und welche Absichten dahinter stehen. Dabei soll auch auf Parodien und humoristische Formen eingegangen werden.

Von Taugenichtsen und anderen besonderen Menschen (Leitfach: Deutsch)

Ein Taugenichts ist im allgemeinen Verständnis jemand, von dem die Mitmenschen wenig halten: er oder sie taugt eben nichts. Ein in unserer seit Jahrhunderten auf produktive Leistung hin orientierten bürgerlichen Gesellschaft ein vernichtendes Urteil. Was aber, wenn man einmal die Perspektive des Taugenichts einnimmt? Taugt die Gesellschaft dann so viel? Bietet das Lebensmodell des Taugenichts nicht vielmehr einen besseren Ansatz, sein Leben zu gestalten?

Ausgehend von der berühmten Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts des Schriftstellers Joseph von Eichendorff sollen in diesem Seminar Romanfiguren untersucht werden, die sich aufmachen und den vorgezeichneten Weg verlassen, um ihren eigenen zu finden.

Gravitation (Leitfach: Physik)

In der K I, vermutlich erst gegen Ende des Schuljahres, werden Sie das Gravitationsgesetz kennenlernen: Das erste Gesetz der Physik. Einst eine Sensation – es erklärte das Jahrtausendrätsel der Planetenbewegung. Ausgerechnet dieses verstaubte Gravitationsgesetz (aus dem Jahre 1686) hat vor exakt 100 Jahren noch einmal für Aufregung (unter Physikern) gesorgt: Als Einstein erklärte, dass es von Grund auf neu durchdacht werden müsse, und seine Allgemeine Relativitätstheorie vorstellte. Und eine Expedition im Jahre 1919 Einsteins Voraussagen vollkommen bestätigte! Heute gehören Einsteinringe und Schwarze Löcher zu den „Standard-Bildern“ der Astronomen.

American and British Heroes (Leitfach: Englisch)

„A hero is no braver than an ordinary man, but he is brave five minutes longer.“ – Ralph Waldo Emerson

Die Seminarteilnehmer setzen sich mit der Frage auseinander, was einen Helden auszeichnet und welche Personen überhaupt als Helden angesehen werden können. Der Fokus liegt hierbei auf Personen und Persönlichkeiten aus Großbritannien und den USA. In diesem Rahmen untersuchen und analysieren die Schüler das Leben und Wirken von Personen aus Vergangenheit und Gegenwart und erörtern, warum und inwiefern diese als Helden bezeichnet werden können.

Wirtschaftsgeschichte – Berühmte Ökonomen (Leitfach: Wirtschaft und Recht)

Obwohl ökonomisches Handeln seit jeher Teil des menschlichen Lebens ist, stellt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Wirtschaft“ eine aus Sicht des Historikers eher junge Disziplin dar. So sind die Protagonisten der Wirtschaftstheorie gemeinhin weniger bekannt als Maler, Komponisten, Schriftsteller oder berühmte Naturwissenschaftler.

Dieses W-Seminar möchte eine Reihe der herausragenden Vertreter der Ökonomen-Zunft vorstellen, ihre Theorien und grundlegenden wissenschaftlichen Werke darlegen und Auswirkungen ihres Schaffens auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft damals und heute beleuchten.

Das neue Sozialprojekt des Bayernkollegs Schweinfurt nimmt Gestalt an. Unter Leitung von OStRin Goldberg informierten sich Schüler bei der Schweinfurter Kindertafel vor Ort zu Unterstützungsmöglichkeiten. Stefan Labus, Vorsitzender der Schweinfurter Kindertafel, (links) erläuterte assistiert von Rainer Zink, dem Co-Vorsitzenden, den Gästen, wie das Projekt seit Jahren erfolgreich Hilfe vor Ort leistet: jedem bedürftigen Kind ein gesundes Pausenbrot, dies ist das Ziel!

„Ein Mann erschießt in Anwesenheit eines anderen Mannes auf offener Straße eine junge Frau. Er feuert einen oder mehrere Schüsse ab. Nach einer Version des Tathergangs zielt er dabei einmal direkt in den Bauch der Frau.

Die Frau ist unbewaffnet, ca. 18 Jahre alt und zum dritten Mal in ihrem Leben schwanger.

Die Tat ereignet sich in Schweinfurt am Nachmittag des 21. März 1945 in der Nähe des Städtischen Krankenhauses.

Hierhin haben die beiden Männer die Frau geführt, um sie zu erschießen.

Die Männer sind Kriminalbeamte. Jakob Ottmann, der Schütze ist 39 Jahre alt und als Kriminalsekretär bei der Kripo Schweinfurt hauptsächlich zuständig für Verbrechen wider das Leben und für schwere Diebstähle. Sein Kollege Ignaz Pokutta, 34 Jahre alt, ist ebenfalls als Kriminalsekretär bei derselben Dienststelle beschäftigt.

Die Frau ist Polin und Zwangsarbeiterin. Sie befand sich im Gewahrsam der Polizei. Man hatte sie verhaftet wegen – wie es hieß – fortgesetzten Weglaufens und Plünderungen.

Ihr Name: Zofia Malczyk.“

aus: Weisner, Christine: Zofia Malczyk – ein Leben. Verlag Rudolph & Enke, Eberthausen, 2007 (S. 5)

Bild aus dem Kunstprojekt „Zofia Malczyk“ von Nadine Lücker

Mit einer Patenschaft für das Denkmal in der Gustav-Adolf-Straße, welches auf die schreckliche Tat hinweisen soll, bemüht sich das Bayernkolleg zusammen mit der „Initiative gegen das Vergessen – Zwangsarbeit in Schweinfurt“ die historische Wahrheit um die fürchterlichen Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus lebendig zu erhalten.

Hierzu werden Gedenkgänge organisiert, die von der Schule bis zum Denkmal verlaufen und von den Schülern und Lehrern des Bayernkollegs begangen werden.

Im Jahre 2015 kam es zu einem Kunstprojekt, in dem sich die Schüler von der Thematik inspirieren ließen und künstlerisch tätig wurden, was letztendlich in eine sehenswerte Ausstellung in den Gängen des Kollegs mündete, die auch der Öffentlichkeit zugänglich war.

Bild aus dem Kunstprojekt „Zofia Malczyk“ von Jessica Kloss

Auch in Zukunft wird sich das Bayernkolleg mit zahlreichen Projekten dem kurzen Leben der Zofia Malczyk widmen, letztlich auch, um damit seiner historischen Verantwortung gerecht zu werden.

Traditionell wurde am 19.03.2019 am Gedenkstein „Zofia Malczyk“ in der Nähe des Leopoldina-Krankenhauses der Namensgeberin des Denkmals gedacht. Zusammen mit ihrem Ethiklehrer, Herrn Pennekendorf, begingen auch einige Schüler symbolisch den letzten Gang der Zofia Malczyk, wobei zwei dieser Schüler, Alena Nikolaus und Moaz Hammami, vor Ort noch jeweils eine eindrucksvolle Rede hielten. Die „Initiative gegen das Vergessen Schweinfurt“ war mit Klaus Hofmann und das polnische Konsulat aus München mit dem Botschaftsrat des Generalkonsulats Marcin Król zugegen. Die musikalische Begleitung gestalteten Katrin Mühlfeld und Ellen Rutz.

E.F.I. (Education For India) nannte sich eine Arbeitsgruppe, die im Jahr 2005 von einer Handvoll Schülerinnen und Schülern sowie einer Lehrkraft gegründet wurde und bis 2019 als soziales Projekt des Bayernkollegs Schweinfurt bestand.

Bewegt von den Verheerungen der damaligen Tsunami-Flutkatastrophe, konfrontiert mit der Not in den betroffenen Ländern und aus dem Bewusstsein um unsere Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber, formierte sich die Gruppe mit dem Ziel, Jugendliche in Südindien zu unterstützen in ihrem Überlebenskampf gegen Armut und der daraus resultierenden Perspektivenlosigkeit.

Da Bildung einerseits die einzig realistische Entwicklungschance darstellt, andererseits aber teuer ist, hatte sich E.F.I. das Ziel gesetzt, jährlich einer gewissen Anzahl von Jugendlichen „Bildung zu spenden“ und deshalb eine Patenschaft für eine Schule zu übernehmen.

Zu diesem Zweck knüpfte die Gruppe Kontakte zum St. Anne’s Community College in Aralvaimozhy in der südindischen Diözese Kottar im Bundesstaat Tamil Nadu (einem der ärmsten Bundesstaaten Südindiens). Es handelte sich um eine noch sehr neue Bildungseinrichtung, die im Juni 2005 vom katholischen Orden der St. Anne’s Schwestern gegründet und eröffnet wurde. In einjährigen Kursen wurde bedürftigen jungen Menschen, allen voran Opfern der Tsunami-Flutkatastrophe, durch Weiterbildung geholfen, ihre Chancen für den Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Der Beitrag der E.F.I.-Gruppe bestand darin, für eine gewisse Anzahl von Jugendlichen deren Kosten für die einjährigen Kurse an der obengenannten Partnerschule zu übernehmen (Schulgebühren, Kosten für Internatsunterbringung, Verpflegung usw.). Auf diese Weise ermöglichte die E.F.I.-Gruppe seit ihrem Bestehen über 40 Schülern und Schülerinnen den Schulbesuch und verbesserte damit deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Später wurde die Schule umstrukturiert zur allgemeinbildenden St. Anne’s Matriculation School, in der nun auch schon Kindergarten- und Grundschulkinder gefördert werden. Trotz der vergleichsweise niedrigen Schulgebühren gibt es viele Familien, die dieses Geld nicht aufbringen können. Hier war die Untersützung von E.F.I. gefragt, v. a. da zu den Schulgebühren noch weitere Kosten für die Schuluniformen, Unterrichtsmaterial usw. kommen.

Aber woher nahm E.F.I. die finanziellen Mittel?

Die E.F.I.-Gruppe, die letztlich aus der rekordverdächtigen Anzahl von 52 Schülerinnen und Schülern sowie aus vier Lehrkräften bestand, traf sich regelmäßig und versuchte, durch verschiedene Aktionen Geld zu sammeln, um diese Unterstützung bewerkstelligen zu können.
Der Apfelverkauf in den Pausen und die Bücherbasare zu Weihnachten und Ostern waren legendär. Dass es außer den Büchern immer auch noch diverse Leckereien gab, hatte sich herumgesprochen.

Schließlich war die E.F.I.-Gruppe auch während der Musicalabende präsent, indem sie jeweils die Sektbar und den Snackverkauf betreute.

Im Juli 2006 war eine kleine Delegation der E.F.I.-Gruppe zu einem Besuch nach Südindien. Im Frühjahr 2007 gab es im Bayernkolleg  einen interessanten und kurzweiligen Bericht von dieser Reise mit indischen Spezialitäten, Musik und farbenprächtigen indischen Gewändern. Im Schuljahr 2009/10 wurde die Fotoausstellung „Schulkinder in Indien“ eröffnet. Alle Aufnahmen stammen von Mitgliedern der E.F.I.-Gruppe bzw. des E.F.I.-Vereins. Ein Teil der Bilder, die einen überaus farbigen Einblick in den indischen Schulalltag geben, ist als Dauerausstellung noch immer im Schulhaus zu besichtigen.

Intern hatte sich in der E.F.I.-Gruppe bereits mehrmals eine personelle „Runderneuerung“ ergeben. Die Gründungsmitglieder und diverse Nachfolger hatten längst ihr Abitur gemacht und das Kolleg verlassen. Damit sie auch weiterhin die Möglichkeit hatten, diesem Projekt, das ihnen doch sehr am Herzen liegt, verbunden zu bleiben, wurde der gemeinnützige E.F.I.-Verein e. V. gegründet, der auch Spendenquittungen ausstellen konnte. Die Mitgliedschaft im Verein war kostenfrei, aber freiwillige Spenden von Mitgliedern, Bekannten und Verwandten, die immer wieder eingingen, wurden selbstverständliche gerne angenommen und dem gemeinnützigen Zweck zugeführt.

E.F.I. – das war lange Zeit mehr als eine Arbeitsgruppe: Es war ein fester  und wichtiger Bestandteil des Schullebens am Bayernkolleg.