Caesar Reloaded (Leitfach: Latein)

Die Teilnehmer setzen sich kreativ mit antiken Mythen und Ereignissen auseinander und übertragen diese so in die Moderne, dass daraus unterhaltende Kurzfilme entstehen, die dann im Rahmen einer Kurzfilmnacht an der Schule gezeigt werden.

Planung der Einrichtung eines Schülercafes (Leitfach: Biologie)

Ziel des Projektes ist es, die Idee eines durch Schülerinnen und Schüler geführten Schülercafes zu prüfen.

Kinderbuch in verschiedenen Sprachen (Leitfach: Deutsch)

Ziel dieses Seminars ist es, ein Kinderbuch in verschiedenen Sprachen zu erstellen. Dieses Buch soll deutsch- und nicht (ursprünglich) deutschsprachigen Kindern, Eltern und Erziehern/innen ein gemeinsames Leseerlebnis ermöglichen. Damit sollen Verständnis füreinander geschaffen und gegenseitiges Interesse für verschiedene Kulturen geweckt werden.

Daily Chemicals – ein chemischer Kalender (Leitfach: Chemie)

Es soll ein Kalender mit erprobten naturwissenschaftlichen Versuchen mit Alltagschemikalien sowie interessanten Informationen zu chemisch/physikalischen Phänomenen des Alltags und chemischen Alltagsprodukten erstellt werden. Dabei sollen die SeminarteilnehmerInnen für die Bedeutung der Chemie im Alltag, den Umgang mit Gefahrstoffen sowie die Schonung von Ressourcen sensibilisiert werden.

Historische Exkursion nach Berlin – Themenschwerpunkt DDR (Leitfach: Geschichte)

Im Rahmen des Projekts sollen die Seminarteilnehmer/innen eine Historische Exkursion nach Berlin vorbereiten und durchführen, in der sie vor allem das politische System der DDR als auch dessen Auswirkungen auf das Leben der Menschen (vor allem von Regimekritikern) kennenlernen und vorstellen.

Wie Journalisten schreiben – Lesen, Schreiben, Auswerten mit der F.A.Z. (Leitfach: Deutsch)

Die Schüler lesen, untersuchen und bewerten eine Qualitätszeitung wie die F.A.Z und schreiben für sie. Am Ende des Seminars soll auf der Grundlage der Kenntnis dieser großen Tageszeitung, einer Analyse von Sprache, Themen, Inhalten der Zeitung eine wissenschaftliche Arbeit stehen. Auf dem Weg dorthin machen die Schüler selber in Form von journalistischen Porträts, Reportagen, Berichten Gehversuche als Journalisten.

Insekten (Leitfach: Biologie)

Insekten sind mit großem Abstand die arten- und individuenreichste Tiergruppe. Sie haben vielfältige Anpassungen an die verschiedensten Lebensbedingungen entwickelt, zeigen ein großes Spektrum von Verhaltensweisen und bestimmen in ganz erheblichem Maße mit über das Erscheinungsbild der Erde. Darüber hinaus sind sie auch speziell für den Menschen in vielfältiger Weise von Bedeutung: als Nutztiere ebenso wie als Schädlinge und Krankheitsüberträger, als Versuchstiere in der Forschung, als Nahrungsmittel, als Helfer in der Forensik und vieles mehr. Die Tatsache, dass in Deutschland die Masse der Fluginsekten im letzten Vierteljahrhundert um 75 % (!) zurückgegangen ist, wirft Fragen nach den Ursachen und Auswirkungen dieses massiven Sterbens auf – und natürlich danach, ob und wie es gestoppt werden kann. Wir werden im Rahmen des Seminars wichtige „Erfolgsrezepte“ der Insekten in verschiedenen Bereichen (Morphologie, Anatomie, Physiologie, Verhalten, Genetik, Evolution usw.) kennenlernen und uns einen Überblick über die vielfältigen Aspekte verschaffen, in denen Insekten bedeutsam sind. Neben literaturbasierten W-Seminararbeiten sind auch experimentell orientierte Arbeiten denkbar.

Der Mittelmeerraum (Leitfach: Geographie)

Ausgehend von einer Analyse der Geofaktoren werden die naturgeographischen Voraussetzungen für die Nutzung des Mittelmeerraumes untersucht. Darauf aufbauend werden die Seminarteilnehmer im Bereich der Kulturgeographie für die Hintergründe der unterschiedlichen politischen, geschichtlichen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklungen in den Ländern des Mittelmeerraumes sensibilisiert und für deren regionale und globale Tragweite. Aktuelle Entwicklungen werden genauso wie historisch-geographische Zusammenhänge thematisiert.

Szenen und Subkulturen (Leitfach: Sozialkunde)

Im Rahmen des Seminars sollen die Entstehung und die Entwicklung von (jugendlichen) Subkulturen und Szenen wie beispielsweise Punk, Gothic, LARP, Skinheads, Straight Edge, Skater oder Hippies untersucht werden. Ein besonderer Fokus wird hierbei einerseits auf die soziologische Funktion von Sub- und Jugendkulturen (z. B. Identitätsbildung, Abgrenzung, Szenen als soziales Auffangnetz) und andererseits auf deren Kommerzialisierung – etwa durch Ausflüge in den Mainstream von Bands wie HIM, Unheilig, Rammstein, Disturbed – gelegt. Ferner soll betrachtet werden, ob sich einzelne Jugendkulturen bestimmten Schichten oder Milieus zuordnen lassen. Schließlich soll auch der Frage nachgegangen werden, inwieweit sich Subkulturen in der Welt der Erwachsenen etabliert haben. Hierzu soll beispielsweise ein Blick auf szenetypische Festivals und die Besucherzusammensetzung geworfen werden.

E.F.I. (Education For India) nannte sich eine Arbeitsgruppe, die im Jahr 2005 von einer Handvoll Schülerinnen und Schülern sowie einer Lehrkraft gegründet wurde und bis 2019 als soziales Projekt des Bayernkollegs Schweinfurt bestand.

Bewegt von den Verheerungen der damaligen Tsunami-Flutkatastrophe, konfrontiert mit der Not in den betroffenen Ländern und aus dem Bewusstsein um unsere Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber, formierte sich die Gruppe mit dem Ziel, Jugendliche in Südindien zu unterstützen in ihrem Überlebenskampf gegen Armut und der daraus resultierenden Perspektivenlosigkeit.

Da Bildung einerseits die einzig realistische Entwicklungschance darstellt, andererseits aber teuer ist, hatte sich E.F.I. das Ziel gesetzt, jährlich einer gewissen Anzahl von Jugendlichen „Bildung zu spenden“ und deshalb eine Patenschaft für eine Schule zu übernehmen.

Zu diesem Zweck knüpfte die Gruppe Kontakte zum St. Anne’s Community College in Aralvaimozhy in der südindischen Diözese Kottar im Bundesstaat Tamil Nadu (einem der ärmsten Bundesstaaten Südindiens). Es handelte sich um eine noch sehr neue Bildungseinrichtung, die im Juni 2005 vom katholischen Orden der St. Anne’s Schwestern gegründet und eröffnet wurde. In einjährigen Kursen wurde bedürftigen jungen Menschen, allen voran Opfern der Tsunami-Flutkatastrophe, durch Weiterbildung geholfen, ihre Chancen für den Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Der Beitrag der E.F.I.-Gruppe bestand darin, für eine gewisse Anzahl von Jugendlichen deren Kosten für die einjährigen Kurse an der obengenannten Partnerschule zu übernehmen (Schulgebühren, Kosten für Internatsunterbringung, Verpflegung usw.). Auf diese Weise ermöglichte die E.F.I.-Gruppe seit ihrem Bestehen über 40 Schülern und Schülerinnen den Schulbesuch und verbesserte damit deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Später wurde die Schule umstrukturiert zur allgemeinbildenden St. Anne’s Matriculation School, in der nun auch schon Kindergarten- und Grundschulkinder gefördert werden. Trotz der vergleichsweise niedrigen Schulgebühren gibt es viele Familien, die dieses Geld nicht aufbringen können. Hier war die Untersützung von E.F.I. gefragt, v. a. da zu den Schulgebühren noch weitere Kosten für die Schuluniformen, Unterrichtsmaterial usw. kommen.

Aber woher nahm E.F.I. die finanziellen Mittel?

Die E.F.I.-Gruppe, die letztlich aus der rekordverdächtigen Anzahl von 52 Schülerinnen und Schülern sowie aus vier Lehrkräften bestand, traf sich regelmäßig und versuchte, durch verschiedene Aktionen Geld zu sammeln, um diese Unterstützung bewerkstelligen zu können.
Der Apfelverkauf in den Pausen und die Bücherbasare zu Weihnachten und Ostern waren legendär. Dass es außer den Büchern immer auch noch diverse Leckereien gab, hatte sich herumgesprochen.

Schließlich war die E.F.I.-Gruppe auch während der Musicalabende präsent, indem sie jeweils die Sektbar und den Snackverkauf betreute.

Im Juli 2006 war eine kleine Delegation der E.F.I.-Gruppe zu einem Besuch nach Südindien. Im Frühjahr 2007 gab es im Bayernkolleg  einen interessanten und kurzweiligen Bericht von dieser Reise mit indischen Spezialitäten, Musik und farbenprächtigen indischen Gewändern. Im Schuljahr 2009/10 wurde die Fotoausstellung „Schulkinder in Indien“ eröffnet. Alle Aufnahmen stammen von Mitgliedern der E.F.I.-Gruppe bzw. des E.F.I.-Vereins. Ein Teil der Bilder, die einen überaus farbigen Einblick in den indischen Schulalltag geben, ist als Dauerausstellung noch immer im Schulhaus zu besichtigen.

Intern hatte sich in der E.F.I.-Gruppe bereits mehrmals eine personelle „Runderneuerung“ ergeben. Die Gründungsmitglieder und diverse Nachfolger hatten längst ihr Abitur gemacht und das Kolleg verlassen. Damit sie auch weiterhin die Möglichkeit hatten, diesem Projekt, das ihnen doch sehr am Herzen liegt, verbunden zu bleiben, wurde der gemeinnützige E.F.I.-Verein e. V. gegründet, der auch Spendenquittungen ausstellen konnte. Die Mitgliedschaft im Verein war kostenfrei, aber freiwillige Spenden von Mitgliedern, Bekannten und Verwandten, die immer wieder eingingen, wurden selbstverständliche gerne angenommen und dem gemeinnützigen Zweck zugeführt.

E.F.I. – das war lange Zeit mehr als eine Arbeitsgruppe: Es war ein fester  und wichtiger Bestandteil des Schullebens am Bayernkolleg.

Das neue Sozialprojekt des Bayernkollegs Schweinfurt nimmt Gestalt an. Unter Leitung von OStRin Goldberg informierten sich Schüler bei der Schweinfurter Kindertafel vor Ort zu Unterstützungsmöglichkeiten. Stefan Labus, Vorsitzender der Schweinfurter Kindertafel, (links) erläuterte assistiert von Rainer Zink, dem Co-Vorsitzenden, den Gästen, wie das Projekt seit Jahren erfolgreich Hilfe vor Ort leistet: jedem bedürftigen Kind ein gesundes Pausenbrot, dies ist das Ziel!

„Ein Mann erschießt in Anwesenheit eines anderen Mannes auf offener Straße eine junge Frau. Er feuert einen oder mehrere Schüsse ab. Nach einer Version des Tathergangs zielt er dabei einmal direkt in den Bauch der Frau.

Die Frau ist unbewaffnet, ca. 18 Jahre alt und zum dritten Mal in ihrem Leben schwanger.

Die Tat ereignet sich in Schweinfurt am Nachmittag des 21. März 1945 in der Nähe des Städtischen Krankenhauses.

Hierhin haben die beiden Männer die Frau geführt, um sie zu erschießen.

Die Männer sind Kriminalbeamte. Jakob Ottmann, der Schütze ist 39 Jahre alt und als Kriminalsekretär bei der Kripo Schweinfurt hauptsächlich zuständig für Verbrechen wider das Leben und für schwere Diebstähle. Sein Kollege Ignaz Pokutta, 34 Jahre alt, ist ebenfalls als Kriminalsekretär bei derselben Dienststelle beschäftigt.

Die Frau ist Polin und Zwangsarbeiterin. Sie befand sich im Gewahrsam der Polizei. Man hatte sie verhaftet wegen – wie es hieß – fortgesetzten Weglaufens und Plünderungen.

Ihr Name: Zofia Malczyk.“

aus: Weisner, Christine: Zofia Malczyk – ein Leben. Verlag Rudolph & Enke, Eberthausen, 2007 (S. 5)

Bild aus dem Kunstprojekt „Zofia Malczyk“ von Nadine Lücker

Mit einer Patenschaft für das Denkmal in der Gustav-Adolf-Straße, welches auf die schreckliche Tat hinweisen soll, bemüht sich das Bayernkolleg zusammen mit der „Initiative gegen das Vergessen – Zwangsarbeit in Schweinfurt“ die historische Wahrheit um die fürchterlichen Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus lebendig zu erhalten.

Hierzu werden Gedenkgänge organisiert, die von der Schule bis zum Denkmal verlaufen und von den Schülern und Lehrern des Bayernkollegs begangen werden.

Im Jahre 2015 kam es zu einem Kunstprojekt, in dem sich die Schüler von der Thematik inspirieren ließen und künstlerisch tätig wurden, was letztendlich in eine sehenswerte Ausstellung in den Gängen des Kollegs mündete, die auch der Öffentlichkeit zugänglich war.

Bild aus dem Kunstprojekt „Zofia Malczyk“ von Jessica Kloss

Auch in Zukunft wird sich das Bayernkolleg mit zahlreichen Projekten dem kurzen Leben der Zofia Malczyk widmen, letztlich auch, um damit seiner historischen Verantwortung gerecht zu werden.

Traditionell wurde am 19.03.2019 am Gedenkstein „Zofia Malczyk“ in der Nähe des Leopoldina-Krankenhauses der Namensgeberin des Denkmals gedacht. Zusammen mit ihrem Ethiklehrer, Herrn Pennekendorf, begingen auch einige Schüler symbolisch den letzten Gang der Zofia Malczyk, wobei zwei dieser Schüler, Alena Nikolaus und Moaz Hammami, vor Ort noch jeweils eine eindrucksvolle Rede hielten. Die „Initiative gegen das Vergessen Schweinfurt“ war mit Klaus Hofmann und das polnische Konsulat aus München mit dem Botschaftsrat des Generalkonsulats Marcin Król zugegen. Die musikalische Begleitung gestalteten Katrin Mühlfeld und Ellen Rutz.