Zofia-Malczyk-Gedenken

Traditionell wurde am 19.03.2019 am Gedenkstein „Zofia Malczyk“ in der Nähe des Leopoldina-Krankenhauses der Namensgeberin des Denkmals gedacht. Grundlage des Gedenkens ist eine Patenschaft des Bayernkollegs, die in Kooperation mit der „Initiative gegen das Vergessen“ erfolgt. Zusammen mit ihrem Ethiklehrer begingen auch einige Schüler symbolisch den letzten Gang der Zofia Malczyk, wobei zwei dieser Schüler (Alena Nikolaus und Moaz Hammami) vor Ort noch jeweils eine eindrucksvolle Rede hielten. Zofia Malczyk war eine etwa 18 Jahre junge und schwangere polnische Zwangsarbeiterin, die unter die Herrschaft des Regimes der Nationalsozialisten geriet und auf der Grundlage des damaligen Strafbestandes einiger Fluchtversuche am 21.03.1945 erbarmungslos von zwei Schweinfurter Polizisten am heutigen Ort des Gedenksteines hingerichtet wurde. Die „Initiative gegen das Vergessen“ recherchierte und rekonstruierte diesen Fall, der ohne diese Bemühungen wohl historisch unerwähnt geblieben wäre. Die Organisation hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Verbrechen der Nationalsozialisten, die nicht historisch aufbereitet wurden, zu erforschen und zu veröffentlichen. Die Schülergruppe, die sich symbolisch als Patenschaftsabgeordnete gruppierten, traf sich um 15.00 Uhr am Rathaus und machte sich dann auf zu einem Gedenkspaziergang in Richtung Leopoldina-Krankenhaus. Die gemeinsame Wanderung nutzte man zum gegenseitigen gedanklichen Austausch und zur Diskussion. Am Gedenkort traf man sich mit weiteren Teilnehmern und gedachte des jungen Opfers. Das polnische Konsulat aus München war auch mit einer Abordnung (Botschaftsrat des Generalkonsulats Marcin Król) zugegen. Die musikalische Begleitung gestalteten Kathrin Mühlfeld und Ellen Rutz. Auch in Zukunft wird das Bayernkolleg seine Patenschaft für den Gedenkstein „Zofia Malczyk“ pflegen und zusammen mit Herrn Hofmann den Gedenktag mitgestalten.