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Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autor der Woche

In dieser Woche jährt sich der Todestag von

Frank Wedekind
* 24. Juli 1864     † 9. März 1918

Benjamin Franklin Wedekind wurde in Hannover geboren und starb in München. Wedekind experi­mentierte mit unkonventionellen Themen und bühnentechnischen Mitteln und gilt daher nicht nur als Wegbereiter des Expressionismus in Deutschland, sondern auch des absurden Theaters. Wedekind studierte in München und Zürich, brach sein Studium jedoch ab und war zeitweise in der Werbebran­che und als Journalist tätig. In den späten achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts stand er einige Zeit unter dem Einfluss des deutschen Dramatikers Gerhart Hauptmann. Später wandte er sich von dem von Hauptmann vertretenen Naturalismus ab und bevorzugte neue dramatische Formen, wie sie der schwedische Dramatiker August Strindberg und Georg Büchner schufen. Wedekind lebte ab 1895 als freier Schriftsteller abwechselnd in Berlin, München, Zürich, Dresden und Leipzig und hielt sich öfter in London und Paris auf. Um die Jahrhundertwende trat er als Schauspieler in seinen eigenen Stücken auf und stand als Lautensänger und Rezitator auf Kabarettbühnen. Daneben war er Mitarbeiter der satirischen Zeitschrift Simplicissimus. Nach seiner Heirat 1908 ließ er sich dauerhaft in München nie­der.

In seinen frühen Stücken, darunter Die junge Welt (1890) und Frühlings Erwachen (1891), schildert er die erwachende Sexualität Jugendlicher, die sich in einer ihnen gegenüber als feindlich empfundenen Erwachsenenwelt behaupten müssen. Diese Werke sowie die Tragödie Der Erdgeist (1895), der erste Teil seines Skandalstückes Lulu, machten ihn bekannt. Im zweiten Teil der Lulu-Tragödie (Die Büchse der Pandora, 1904) stellt er die Dämonisierung der unbefangenen Erotik durch die Gesellschaft dar. Mit grotesk anmutenden Darstellungen wollte Wedekind das Publikum schockieren und provozieren. Die Aufführung vieler seiner gegen das erstarrte Bürgertum gerichteten Werke war zeitweise verboten, da sie als unsittlich galten.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID