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Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autor der Woche

In den vergangenen Tagen jährte sich der Todestag von

Herbert Rosendorfer
19. Februar 1934 – 20.September 2012

Rosendorfer wurde in Bozen (Südtirol) geboren. Seine Kindheit verlebte er in Kitzbü­hel und München, wo er nach dem Abitur zuerst an der Akademie der Bildenden Künste Bühnenbildnerei studierte, nach einem Jahr jedoch ein Jurastudium anfing. Im Oktober 1966 begann er in München als Amtsrichter zu arbeiten. Rosendorfer war Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und der Bayerischen Akademie der schönen Künste. Zu seinen Literaturpreisen gehören der Tukanpreis der Landeshauptstadt München (1977), der Siegfried-Sommer-Literaturpreis (1985) sowie der Bayerische Literaturpreis (1999).

Nach dem Erzähldebüt Die Glasglocke (1966) wurde Rosendorfer mit seinem ersten Roman Der Ruinenbaumeister (1969) einem breiteren Publikum bekannt. Mit viel Lust am Fabulieren entwirft er darin eine Endzeitkulisse mit Personal der Weltlitera­tur, wie Faust oder Don Juan. In einem an Jean Pauls Schalenwelt erinnernden Schreibprozess entstehen aus der eigentlichen Geschichte immer neue Geschichten, die sich in rasanter Steigerung ins Absurde kehren. Diese Erzählhaltung findet sich auch in den späteren Werken Rosendorfs, wie Deutsche Suite (1972) oder Großes Solo für Anton (1976). In Briefe in die chinesische Vergangenheit (1983) wird das Motiv der Zeitreise aktualisiert. 1989 kam mit Die Nacht der Amazonen eine Art Zeit­roman heraus, der sich u. a. mit der Person eines nationalsozialistischen Funktionärs aus München auseinander setzt. Darüber hinaus entstanden Dramen und Hörspiele. Weitere Werke des Autors sind z. B. Stephanie und das vorige Leben (1977), Das Mes­singherz (1979), Die Goldenen Heiligen oder Columbus entdeckt Europa (1992), Ein Liebhaber ungerader Zahlen. Eine Zeitspanne (1994) sowie Vorstadtminiaturen (2000). Daneben hat Rosendorfer eine Deutsche Ge­schichte in 2 Bänden verfasst, in der er engagiert und stellenweise polemisch die deutsche Geschichte aus dem Geist der Aufklärung heraus betrachtet.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID