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Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autorin der Woche

In dieser Woche jährt sich der Geburtstag von

Oskar Maria Graf
* 22. Juli 1894 † 28. Juni 1967

Oskar Maria Graf wurde als neuntes Kind eines Bäckers im Landkreis Starnberg geboren. Nach dem Tod des Vaters 1911 floh er vor dem autoritären Bruder nach München, um Schriftstel­ler zu werden, kam hier mit dem anarchistischen Kreis um Franz Jung und Ernst Toller in Kontakt und gehörte 1918 zur revolutionären Gruppe um Kurt Eisner. Nach der gescheiterten Münche­ner Räterepublik 1919 wurde Graf zunächst Dramaturg an der dortigen Arbeiterbühne, spä­ter dann freier Schriftsteller. 1933 emigrierte Graf über Österreich (Wien) und die Tschechoslowakei in die Sowjetunion. Zuvor hatte er bereits zwei Tage nach der Bücherverbrennung unter der Überschrift Verbrennt mich in der Wiener Ar­beiterzeitung einen im Ausland stark rezipierten Artikel publiziert, in dem er sich über die „Unehre“ beschwerte, dass keines seiner Werke „der reinen Flamme des Scheiterhaufens“ übergeben worden sei. 1935 er­schien der antifaschistische Roman Der Abgrund über eine vor Hitler nach Wien fliehende und dort neuerlich vom Nationalsozialismus einge­holte Arbeiterfamilie. 1938 kam Graf in die USA, wo er eine wichtige Rolle unter den Reprä­sentanten der Exilliteratur spielte, ohne je recht die Sprache des Landes zu lernen. Als über­zeugter Anarchist verweigerte er seine Unterschrift unter der Bereitschaftserklärung, für die Freiheit Amerikas notfalls mit Gewalt zu kämpfen, weshalb ihm die amerikanische Staats­bürgerschaft verweigert wurde. Graf starb am 28. Juni 1967 in New York. Seine Autobiogra­phie erschien in den Bänden Frühzeit (1922), Gelächter von außen (1966) und Reise in die Sowjetunion 1934 (posthum 1974).

Grafs literarische Karriere begann mit Revolutionslyrik und pazifistischen Erzählungen (Die Revolutionäre, 1918). Danach fand er zur derb-erotischen Dorfgeschichte, zum Kleinstadt­roman sowie zu schlicht-volkstümlichen Kalendergeschichten aus dem bäuerlichen Milieu. Seine Romane und Schwänke sind von kräftigem Humor gekennzeichnet und sind in seiner bayerischen Heimat situiert.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID