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Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autor der Woche

Am 08.09. jährt sich der Geburtstag von

Wilhelm Raabe
* 8. September 1831 ✝︎ 15. November 1910

Raabe wurde als Sohn eines Juristen in Eschershausen nahe Braunschweig gebo­ren und wuchs in harmonischen Verhältnissen auf. 1849 begann er eine Buchhänd­lerlehre in Magdeburg. Nach 1854 besuchte er philosophische Vorlesungen der Uni­versität Berlin und begann zu schreiben. Schon sein erster Roman Die Chronik der Sperlingsgasse (1857) wurde ein großer Erfolg, ebenso wie Der Hungerpastor (1864). Hier bereits zeigte sich Raabes Vermögen einer plastischen Realitäts­schilderung, wobei grotesk-verfremdende und irrationale Momente wie Traumdar­stellungen und eine Betonung schöpferischer Einbildungskraft eine entscheidende Rolle spielten. Auch in der Wahl des Personals waren die Gesellschafts- bzw. Gegenwartsromane von Charles Dickens und William Makepeace Thackeray Vorbilder. Die Chronik der Sperlings­gasse und Der Hungerpastor sicherten ihrem Verfasser ein Auskommen als freier Schriftsteller. Von 1862 bis 1870 lebte Raabe in Stuttgart. Hier entstanden zahlreiche Prosatexte, darunter Abu Telfan oder Die Heimkehr vom Mondgebirge (1868).

Nach der Mobilmachung zum deutsch-französischen Krieg 1870 zog Raabe aus poli­tischen Gründen – er war Anhänger Bismarcks – zurück nach Braunschweig, wo er mehr als 30 Romane schrieb. Ein Teil verbarg seine politischen Positionen nicht. In einigen wandte er sich gegen die Ideologie des Materialismus und wies vom idealistischen Standpunkt in der Nachfolge Hegels und Feuer­bachs sowie im Umfeld des Jungen Deutschland auf die Folgen der aufkommenden Industrialisierung hin. Dabei wichen der heitere Ton und die bisweilen zur Beschaulichkeit neigende Idyllik früherer Werke immer mehr einer düs­ter-pessimistischen Weltsicht.

1891 kam mit Stopfkuchen ein humoristisches Meisterwerk Raabes heraus. 1899 erschien mit dem Roman Hastenbeck der letzte Roman Raa­bes; bis zu seinem Tod am 15. November 1910 in Braunschweig führte er eine mate­riell abgesicherte Existenz.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID