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Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autor der Woche

In dieser Woche jährt sich der Todestag von

Nelly Sachs
* 10. Dezember 1891 † 12. Mai 1970

Nelly Sachs wurde als Tochter des Fabrikanten William Sachs in Berlin geboren. Bereits im Alter von 17 Jahren begann sie Lyrik im Stil des literarischen Impressionismus zu verfassen. Unter dem Eindruck des erstarkenden Faschismus in Deutschland setzte sie sich in den dreißiger Jahren verstärkt mit ihrer jüdischen Vergangenheit, dem Chassidismus und der Kabbala auseinander.

Nach Jahren der Angst vor den Nationalsozialisten floh Sachs 1940 nach Schweden. Hier lebte sie bis zu ihrem Tod – unterbrochen durch Aufenthalte in Sanatorien und Nervenheilanstalten – in der Enge eines Stockholmer Mietshauses. Unter dem Eindruck des Holocaust und der Exiljahre fand sie zu einem Stil, der die Schrecken der Verfolgung und das Entsetzen angesichts der Judenvernichtung in elegischen Tönen und pathetischen Monologen festzuhalten suchte. Dies gilt vor allem für den nach Kriegsende in Ostberlin publizierten Lyrikband In den Wohnungen des Todes (1947) und für seinen Nachfolger Sternverdunkelung (1949), aber auch für die 1944/1945 entstandene Totenklage Dein Leib im Rauch durch die Luft (1947), die dem im Konzentrationslager hingerichteten Bräutigam gewidmet ist. Mit dem Schicksal des jüdischen Volkes befasste sich Sachs auch in ihren späteren Werken immer wieder. Den Einfluss des französischen Surrealismus und seiner Forderung nach Sprachautonomie spiegeln Und niemand weiß weiter (1957) und Flucht und Verwandlung (1959) wider, die nichtsdestotrotz den resignativ-depressiven Duktus der Lyrik aus den vierziger Jahren fortschreiben.

1965 erschien Nelly Sachs’ Lyrikband Späte Gedichte, in dem, orientiert an Novalis und Hölderlin, Chiffrensprache in metaphorischer Verrätselung mythische Welterfahrung gewähren soll. Im gleichen Jahr erhielt die Autorin den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1966 dann, gemeinsam mit dem israelischen Schriftsteller Samuel Josef Agnon, den Nobelpreis für Literatur.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID