Icon Deutsch

Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autor der Woche

Am 30. Dezember 2019 wäre er 200 Jahre alt geworden:

Theodor Fontane
30.12.1819 – 20.09.1898

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 als Sohn des Apothers Louis Henri Fontane und dessen Frau Emilie in Neuruppin geboren. Beide Eltern waren hugenottischer Herkunft. Nach seinem Abschluss am Gymnasium begann Theodor Fontane eine Ausbildung als Apotheker, die er 1839 abschloss. Theodor Fontane kam während seiner Lehrzeit in Berlin mit dem dortigen Literaturbetrieb in Kontakt. Er veröffentlichte erste literarische Texte und wurde 1843 von Bernhard von Lepel in den literarischen Verein Tunnel über der Spree eingeführt, in dem er von 1844 bis 1865 Mitglied war. Am 30. September 1849 entschloss er sich, den Apothekerberuf völlig aufzugeben und als freier Schriftsteller zu leben. Es entstanden zuerst politische Texte in der radikal-demokratischen Dresdner Zeitung. Am 16. Oktober 1850 heiratete er Emilie Rouanet-Kummer, die er bereits im Alter von 16 Jahren kennengelernt hatte und mit er später sechs Söhne und eine Tochter bekommen sollte, die zum Teil kurz nach der Geburt verstarben. 1851 trat Fontane in die Redaktion der konservativ-reaktionären Neuen Preußischen Zeitung ein. Ein Jahr später wurde er von der Centralstelle für Preßangelegenheiten angestellt. Für diese machte er Reisen nach London (1852) und lebte dort von 1855 bis 1859. Im August 1855 schlug Adolph Menzel Fontane für den Aufbau einer deutsch-englischen Korrespondenz in London vor, wodurch Fontane finanziell abgesichert war. Seine Aufgabe war es, in London Presseberichte zugunsten der preußischen Außenpolitik in englischen und deutschen Zeitungen zu platzieren.

Mit dem Regierungswechsel im preußischen Königshaus (1858) hoffte er auf eine künftige Liberalisierung in Preußen und beendete seine Korrespondententätigkeit in London, um nach Hause zurückzukehren. Dort widmete er sich nun der Reiseliteratur. Aus den Reiseberichten, die um Geschichten ergänzt waren, entstand 1861 das Büchlein Grafschaft Ruppin, das bereits ein Jahr später die zweite Auflage mit dem Gesamttitel Wanderungen durch die Mark Brandenburg erhielt. Das Wanderungswerk war die Basis für das spätere epische Schaffen Fontanes.

Ab 1870 arbeitete Fontane als Theaterkritiker der Vossischen Zeitung. Zwischen 1874 und 1876 unternahm Fontane mit seiner Frau diverse Reisen nach Österreich, Itailien und in die Schweiz. Am Ende dieser Reisen entschloss er sich, nicht mehr für eine Zeitung zu schreiben. Stattdessen wollte er wieder als freier Schriftsteller tätig sein. 1892 erkrankte er an einer schweren Gehirnischämie. Der Arzt riet ihm, seine Kindheitserinnerungen niederzuschreiben, um sich von der Krankheit abzulenken. Er folgte dem Rat und erholte sich wieder so gut, dass er Effi Briest und zwei weitere Romane (Die Poggenpuhls und Der Stechlin) sowie die autobiografische Schrift Von Zwanzig bis Dreißig vollenden konnte. Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin.

Theodor Fontane gilt als einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane Effi Briest, Der Stechlin sowie Irrungen, Wirrungen. Sämtliche Romane und Novellen des Autors sind gekennzeichnet von einem auktorialen Erzählstil wobei das Gesamtwerk Fontanes zumeist von gesellschaftskritischen Elementen sowie milder Ironie durchzogen ist.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID