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Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autor der Woche

Vor wenigen Tagen jährte sich der Todestag von

Alfred Döblin
* 10. August 1878 † 26. Juni 1957

Döblin wurde am 10. August 1878 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Stettin geboren. Er studierte Medizin in Berlin und Freiburg im Breisgau, bevor er sich 1912 als Nervenarzt in Berlin niederließ. Parallel hierzu begann er innerhalb der Berliner Moderne mit dem Schreiben. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1929 mit dem Ro­man Berlin Alexanderplatz. Mit ihm schuf Alfred Döblin den ersten wirklichen Großstadtroman deutscher Sprache, da dieser das Urbane nicht nur als Sujet, sondern als Diskurs verschiedener Sprachschichten begreift. Der Moloch Berlin ist hier der eigentliche Feind des Helden, der eigentlich „anständig“ werden wollte.

Döblins Hoffnung, dass die Intellektuellen Deutschland vor dem Faschismus würden bewahren können, erwies sich als naiv. Am 28. Februar 1933 – ein Tag nach dem Reichstagsbrand – musste er vor den Nationalsozialisten nach Zürich fliehen und ging von dort aus nach Paris, wo er die französische Staatsbürgerschaft annahm. 1940 gelangte er nach einer abenteuerlichen Odyssee durch Mittel- und Südfrank­reich, wo er seine evakuierte Frau und den jüngsten Sohn wiederfand, nach Kalifor­nien. Wie viele andere deutschsprachige Exilautoren arbeitete er dort u. a. als Dreh­buchautor. Döblins Exilzeit schildert sein Erlebnisbericht Schicksalsreise (1949), der bereits in den frühen vierziger Jahren entstand.

1945 kehrte Döblin als Offizier der französischen Zensurbehörde nach Deutschland zurück. Dort gab er zwischen 1946 und 1951 die Literaturzeitschrift Das goldene Tor heraus. Trotz seiner vielfältigen Tätigkeit als Herausgeber und Autor blieb Döblins Rückkehr vom langsam sich neu formierenden Literaturbetrieb nahezu unbeachtet. Der Einfluss seiner Person und seines Werkes auf die deutsche Nachkriegsliteratur war nur gering. Enttäuscht kehrte Döblin deshalb 1953 nach Paris zurück. (Allein Günter Grass bezeichnete Döblin später als Lehrmeister des eigenen Schreibens. Und tatsächlich ist in der Blechtrommel von 1959 das Sprachverfahren von Berlin Alexanderplatz deutlich spürbar.) 1956 erschien in Ostberlin der Roman Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende, der erst durch Vermittlung von Peter Huchel und Hans Mayer einen Verleger fand. Hamlet war Döblins letzter Roman. Der Schriftstel­ler starb am 26. Juni 1957 in Emmendingen.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID