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Lesung mit
Helmut Haberkamm

Autor der Woche

In den vergangenen Tagen jährte sich der Todestag von

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
* 25. Dezember 1616  † 18. April 1679

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau wurde in Breslau als Sohn eines Be­am­ten in Wien geboren. Hoffmann erhielt eine standesgemäße Erzie­hung, unbehelligt von den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Nach einem Studium am Akade­mischen Gym­nasium in Danzig (1636 bis 1638) und der Universität Leiden (1638 bis 1639) unternahm er eine zweijährige Bildungsreise (1639 bis 1641) nach England, Frankreich und Ita­li­en. Er widmete sich zunächst vorwiegend seinen literarischen und wissenschaftli­chen Interessen, bis er 1647 in den Rat der Stadt Wien gewählt wurde, dem er bis zu sei­nem Tod angehörte. 1657 wurde er zum Kaiserlichen Rat ernannt. Man rühmte seine Höflichkeit, seine Freund­lichkeit und seine weltmännische Bildung. Sein Haus wurde zum Mittelpunkt eines regen gesellschaftlichen Lebens, in dem auch die Dichtung ihren Platz hatte.

Viele seiner Dichtungen sind schon in den vierziger Jahren entstanden, darunter die scharfsinnig-pointierten Poetischen Grab-Schrifften, umfangreiche Übersetzungsar­bei­ten und ein Großteil der Lyrik. An eine Ver­breitung seiner Tex­te durch öffentlichen Druck dachte Hoffmann zunächst nicht. Eine stän­disch und re­gional begrenzte Öffentlichkeit wurde durch zir­ku­lie­ren­de Abschriften erreicht. Erst später entschloss er sich zu einer Auswahlausgabe sei­ner Werke (Deutsche Übersetzungen und Getichte, 1679), die jedoch einen Teil seiner »Lust-Getichte«, d. h. in erster Linie die weltlichen Oden, nicht enthielt. Dafür bringen die Deutschen Übersetzungen und Getichte Texte, die das einseitige Bild vom ironisch-frivolen Erotiker zu korrigieren vermögen: geistliche Lieder, me­lan­cholische Gedan­ken über die Vergänglichkeit der Welt, lyrische Diskurse, die vom rech­ten Leben handeln. Der neostoizistische »Entwurff eines standhafftigen Ge­müths« gehört ebenso zu Hoffmanns dich­terischen Rollen wie die »Verachtung der Welt«, die erotischen Sonette oder die wit­zig-frivolen Oden, die mit religiöser Bilderspra­che den sinnlichen Genuss feiern.

Das Fach Deutsch hat am Bayernkolleg als Kern- und verpflichtendes Abiturfach einen großen Stellenwert. Im Deutschunterricht sollen die Kollegiatinnen und Kollegiaten

•  ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln,

•  lernen, einen Text sach-, adressaten- und intentionsgerecht zu gestalten,

•  die Fähigkeit ausbilden, Texte aller Art zu erschließen und zu interpretieren,

•  wichtige Epochen, Stilrichtungen, Schriftsteller und Werke der deutschen Literatur kennenlernen.

Im Vorkurs umfasst der Deutschunterricht sechs Wochenstunden, in denen es darum geht, die verschiedenen Arten von Texten kennenzulernen, ihre inhaltliche Erschließung zu üben und eigene Texte zu gestalten. Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Laufe des Jahres erworben werden sollen, sind in einem Grundwissenkatalog festgehalten, den Sie im PDF-Format herunterladen können.

In der K I (Eingangsphase) gibt es vier Wochenstunden Deutsch. Hier wird die Erschließung von Texten durch die besondere Betonung gattungsspezifischer Gesichtspunkte (z. B. Erzähltechnik, Dialoganalyse, formale Gestaltung von Gedichten) vertieft und der literaturgeschichtliche Aspekt einbezogen (Barock, Aufklärung, Sturm und Drang). Grundlage ist der von den bayerischen Kollegs erarbeitete Lehrplan und ebenfalls ein Grundwissenkatalog.

Auch in der Oberstufe (K II und K III) ist der Deutschunterricht vierstündig. Der Unterricht folgt hier dem Lehrplan für die 11. und 12. Jahrgangsstufe im achtjährigen Gymnasium.

Lesung mit Nora Gomringer

Lesung mit SAID