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Auf einem Bein steht man nicht gut

E.F.I. verhilft dem Bayernkolleg zu einer zweiten Patenschule in Indien

Seit 2005 besteht eine rege Zusammenarbeit der E.F.I.- Gruppe als Vertreterin des Bayernkollegs mit der St. Anne’s Matriculation School im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Mehrere Schüler und Lehrkräfte besuchten seitdem die indische Patenschule. Dort machten sie sich einerseits ein genaues Bild von der Situation der jungen Menschen, zeigten andererseits aber auch Präsenz vor Ort. Im Jahr 2012 erhielt die Gruppe einen erfreulichen Brief der Schulleiterin Sr Jemma, in dem diese überaus dankbar berichtet, dass die Schule mittlerweile finanziell gut aufgestellt ist, weshalb E.F.I. dort heute „nur noch“ Einzelfallhilfe leistet, indem Schulgebühren für Schüler-/innen aus besonders bedürftigen Familien übernommen werden.

Seit 2013 unterstützt E.F.I. deshalb zusätzlich die Mamma Margaret Occhiena School im nordwestlichen Bundesstaat Gujarat. Der Kontakt zu dieser Schule kam durch einen ehemaligen Schüler des Kollegs und Mitglied der E.F.I.-Gruppe zustande. Er kannte den Schulleiter aus seiner Zivildienstzeit, die er in Indien verbracht hatte. Nach einem intensiven Informationsaustausch mit Schulleiter Shankar per Email beschloss ich, auf meiner für den Sommer 2013 ohnehin geplanten Nordindienreise einen Abstecher nach Choota Udaipur im Bundesstaat Gijarat zu machen, um den Kontakt auf einer persönlichen Ebene fortzusetzen und mir ein direktes Bild von der potentiellen neuen Patenschule zu machen.

Da diese Schule von einer Elterninitiative gegründet wurde, erhält sie weder staatliche noch kirchliche Unterstützung. Sie finanziert sich selbstständig aus Schulgebühren und Krediten, die von den Eltern aufgebracht werden. Die Schule steht allen Kindern offen, wird im Moment jedoch mehrheitlich von Angehörigen ethnischer Minderheiten, v.a. aus dem Stamm der Rathwas, besucht. Es handelt sich hier um eine Volksgruppe mit eigener Sprache und Religion, die im staatlichen indischen Bildungssystem bislang wenig Entwicklungschancen hatte. Es ist das erklärte Ziel von Schulleiter Shankar,- selbst Angehöriger der Rathwas- diese Situation zu verbessern.

Sowohl das Konzept als auch die Persönlichkeit der Schulleitung überzeugten mich, so dass ich E.F.I.-Gruppe und –Verein die Förderung dieser Schule wärmstens empfahl. Das Projekt fand die Zustimmung beider Gruppen. Aktuell hilft E.F.I. bei der Finanzierung des Baus des Schulgebäudes sowie des Ausbaus der Klassenzimmer mit. Dass diese Patenschaft aber mehr bedeutet als nur finanzielle Unterstützung, zeigen folgende Zeilen, die uns von Schulleiter Shankar erreichten:

Most of our students as well as teachers had not interacted with any of the Europeans. For most of them it was the first time to interact so closely with Europeans. By meeting you they have come to know about Germany in particular and Europe in general. And I suppose! in the same way back in your college, the students as well as the staff must have come to know about us, Indians, and more particularly, about Rathwas. Any misconception that might have existed between Indians and Germans/Europeans will be dispelled. Many more future interactions will mutually help to know both the cultures. Thus eventually we, all of us, will realize that we belong to one human race; that we belong to one family; that we inhabit the same earth; that we are created by one God.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit unseren beiden indischen Patenschulen!

Hilde Stübler-Vittmann