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Stürzende Bauten und mehr.

Kunst im Gang – Eine Ausstellung von Holger Waack

Holger Waack ist ein Mann, der auf Kontraste, Spannung, Diskrepanzen setzt. Seine Bildkunst, seine Fotokunst lebt von Spiel mit radikaler Schwarz-Weiß-Technik und Farbexplosionen, Städteansichten und Land“flucht“szenen, Tiermikrofotografie und Draufsichten auf Großräume. Gleichzeitig ist Waack Purist, seine technische Raffinesse ist ausgefuchst. Mit großer Vorliebe arrangiert er die Szenen seiner Bilder, sodass eine eigentümliche und atemberaubende Künstlichkeit erwächst. Die Stadtbilder, auch Innenansichten kommen ohne menschliches Personal aus.

In einer beachteten Ausstellung am Bayernkolleg konnte Holger Waack einen Querschnitt seiner Kunst vorlegen. Waack, der als Schreiner und Monteur gearbeitet hat, bevor er am Bayernkolleg andockte, aber auch von Design her denkt, ist ein Meister der technischen Ausleuchtung seiner Bilder. Besonders Eindrücke aus Hamburg, Stuttgart, Berlin, welche bekannte Architekturphänomene ganz neu sehen, beeindrucken durch ihre kühnen Blickwinkel. Der Künstler stellt die Motive gerne auf den Kopf, bringt Gebäude regelrecht in Fahrt, lässt sie stürzen, hinterfragt sie, indem dramatische Ausleuchtungen erfolgen. Wie Etüden, wie Fingerübungen wirken aber auch die komischen und humorvollen Parzellierungen, die Waack in seinen Bildern, etwa bei den Graffitis, vornimmt.

Kunst im Gang lebt – eben auch als Schülerkunst im Gang.

Peter Rottmann